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Wir in der Presse
Samstag, 27. Dezember 2025, im SÜDKURIER
„Das ist eine Maschine für Freude“
Provinzoberin ist ausgebildete Rikschafahrerin. Sie bringt „Radeln ohne Alter“ in den Ort Hegne und hofft auf noch mehr Piloten.
von Claudia Rindt
Hegne. Susanne Bader lässt die Kopfschleier flattern. Die Provinzoberin strampelt auf der neuen Rikscha im Kloster Hegne. Ihre Fahrgäste sind zwei Kreuzschwestern. Die 52-Jährige ist Vorreiterin für die Bürgerbewegung „Radeln ohne Alter“. Sie gehört zu den ersten ausgebildeten Pilotinnen, also Fahrerinnen in Hegne. Sie sagt über die Rikscha: „Ich habe das Gefühl, das ist eine Maschine für Freude.“
Schwester Susanne Bader sorgt dafür, dass Menschen, die nicht mehr so mobil sind und deren Aktionskreis ansonsten sehr klein wäre, ein Abenteuer an der frischen Luft erleben. Der Dachverband von „Radeln ohne Alter“ spricht immer vom „Recht auf Wind im Haar“. Er besteht seit dem Jahr 2019 und hilft lokalen Gruppierungen, sich zu organisieren.
Die Idee selbst stammt aus Kopenhagen. Seit 2012 tragen sie Engagierte in die Welt. Senioren haben oft Angst vor Stürzen. Sie bewegen sich nur noch im kleinen Umkreis. Mit der Rikscha, die neu etwa 15.000 Euro kostet, kommen sie an Orte, die weiter weg liegen und die sie schon lange nicht mehr gesehen haben. Das kann zum Beispiel ihr früheres Wohnviertel sein.
Michael Buchmüller hat den Verein in Konstanz aufgezogen. Im Mai 2024 wurde er gegründet. Buchmüller ist finanziell in Vorleistung gegangen, er hat Pflegeheime als Kooperationspartner und rund 20 Menschen gewonnen, die Rikscha fahren. Insgesamt hat der Verein rund 70 Mitglieder. Die Idee zieht inzwischen in der Region Kreise. Standorte auf der Reichenau und in Radolfzell sind in Diskussion, in Singen ist gerade einer im Aufbau. In Hegne gibt es die erste Niederlassung. Susanne Bader gehört zu den ersten Fahrerinnen. Sie hofft auf weitere Anhänger im Ort.
Die 52-Jährige liebt es, mit dem Rad unterwegs zu sein. Sie verbringt auch Urlaube gern im Sattel. Von der Rikscha war sie „total begeistert“. Menschen zu bewegen, die das selbst nicht mehr so gut können, diese Idee gefällt ihr. Sie hat dann auch gleich, wie eine zweite Schwester, die Ausbildung zur Pilotin gemacht, und dabei gelernt, die Rikscha zu bedienen, Fahrgäste gefahrlos einsteigen und aussteigen zu lassen und das Vehikel sicher zu bewegen. Es sei beispielsweise schwieriger, mit dem Mobil einem Schlagloch auszuweichen als mit dem normalen Fahrrad. „Aber auch das geht.“

Eine ihrer ersten Touren mit Schwestern führte auf einem Weg in den nahe gelegenen Wald. Ihre Fahrgäste seien dort schon lange nicht mehr gewesen. Auf dem Schotterweg hoppelte es, es war nicht alles so glatt und vorbereitet wie in Senioreneinrichtungen. Für Susanne Bader ist klar: Das gehöre zum Leben. Mit Seele unterwegs zu sein, bedeute auch mal einen holprigen Weg vor sich zu haben.
Sie ist auch schon mit ihren Mitschwestern auf die Insel Reichenau gefahren. „Das war wunderschön“, sagt sie. Alle Menschen, denen sie begegneten, seien bereitwillig zur Seite gegangen. Das mussten sie auch einige Male, denn sie war mit der Rikscha ganz langsam auf dem Fußweg unterwegs. Außerhalb der Saison wollte sie den älteren Damen, die sie kutschierte, den besten Ausblick auf den See bieten. Die Provinzoberin habe während dieser Inseltour von den Passanten, die dort unterwegs waren, nur freundliche Blicke und Worte geerntet und ein paar Mal gehört: „Toll, dass es so etwas gibt.“ An der Sandseele rasteten die Fahrerin und die Mitfahrerinnen eine Weile. Zurück sei sie dann sogar über die Hochwart gefahren, den Hügel auf der Insel Reichenau. Mit der elektrisch betriebenen Rikscha sei dies problemlos möglich gewesen. „Ich wollte das mal testen. Es ging langsam, aber es ging.“
Nun stellt sich die Frage: Ist Susanne Bader eine der Wenigen im Kloster, die überhaupt noch fit genug sind, als Pilotinnen zu wirken? Sie lacht und rechnet vor: Die 141 Schwestern im Kloster Hegne kommen auf ein Durchschnittsalter von über 80 Jahren. „Meine Sekretärin ist 82 Jahre alt“, so die Provinzoberin. Sieben seien wie sie unter 60 Jahre, etwa fünf zwischen 60 und 70 Jahren und der Rest darüber. Man könnte also fast sagen, das Kloster sei ein großes Altersheim. Es sei aber falsch, nur aufs Alter zu blicken. Denn viele der Schwestern seien, unabhängig davon, äußerst vital. Es werde im Kloster Hegne richtig viel geleistet. Schwestern helfen in der Wäscherei, machen den Haushalt, Dienst an der Pforte oder in der Theodosius-Stube für Obdachlose. Diese ist nach dem Begründer des Klosters benannt: Theodosius Florentini. Sein Leitwort war: „Was Bedürfnis der Zeit, ist der Wille Gottes.“
Das aktuelle Bedürfnis der Zeit sind vielleicht Ausfahrten mit der Rikscha. Eine Garage am Hegner Kloster eignet sich sowieso nicht für Autos, denn ein Baum steht davor. Für die Rikscha aber passt sie prima. Susanne Bader hofft, dass sich bald viele neue Fahrer ausbilden lassen, zum Beispiel Angehörige von Bewohnern des Altenpflegeheims Maria Hilf des Klosters Hegne. Sie können dann ihre Lieben durch die Gegend kutschieren. Die Rikscha im Kloster solle allen ausgebildeten Piloten zur Verfügung stehen, die älteren Menschen in Hegne eine Freude bereiten wollen. Im Pflegeheim wohnen Schwestern, aber auch andere Menschen, die Betreuung benötigen.
Auf der Rikscha können bis zu zwei Personen als Gäste mitfahren. Inzwischen gibt es auch den Schutz vor Regen und Wind. Für den Winter gibt es einen warmen Sack, in den die Fahrgäste die Beine stecken können. Der Fahrerin Susanne Bader wird durch die Bewegung warm. Trotz Unterstützung durch den Elektro-Motor muss sie sich ganz schön ins Zeug legen. Aber wenn die Rikscha in Hegne erst mal rollt, dann flattern die Kopfschleier der Nonnen.
Mittwoch, 5. November 2025, im SÜDKURIER
Charlotte ermöglicht Wind im Haar
Der Verein Radeln ohne Alter hat jetzt auch im AWO-Treffpunkt Chérisy eine neue Rikscha in Betrieb genommen.
von Michael Buchmüller
Konstanz. „Die Charlotte fährt jetzt hier von der Chérisy aus!“ Mit dieser frohen Botschaft taufte Michael Buchmüller, 1. Vorsitzender von Radeln ohne Alter Konstanz e.V., vor Kurzem im AWO-Treffpunkt Chérisy eine nagelneue Rikscha auf den Namen „Charlotte“. Zusammen mit Karin Wäschle und Nicole Vestner, den beiden Hauptamtlichen in diesem Stadtquartier, wurde vor vielen Gästen auf das Fahrzeug angestoßen, das nun auch in Wollmatingen und Fürstenberg Seniorinnen, Senioren und mobil eingeschränkten Personen „Wind ins Haar“ bringt – wie das Motto des bundesweit tätigen Vereins lautet.
Möglich wurde dies dadurch, dass der Treffpunkt dem Verein einen Stellplatz in den Räumen der Tiefgarage kostenlos zur Verfügung stellt. „Garagen mit Stromanschluss“, so Buchmüller, „sind für uns das Wichtigste, um einen Quartiersstandort aufbauen zu können.“ Charlotte ist nach „Alma“ (Allmannsdorf), „Liesl“ (Litzelstetten/Bodanrück) und „Petra“ (Petershausen/Altstadt) das vierte Quartier, in dem nun eine Rikscha steht. Gefahren wird sie von über 60 ehrenamtlichen Pilotinnen und Piloten, die über das Stadtgebiet verteilt vor allem Bewohnerinnen und Bewohner aus Seniorenheimen an die frische Luft bringen. „Aber auch alle Menschen in den Stadtteilen, die zu unserer Zielgruppe gehören, können kostenlose Fahrten anfragen“, erklärt Buchmüller. Das gehe über die Internetseite www.radelnohnealter-kn.de unter dem Menüpunkt „Rikschafahrten anfragen“. Dort müsse man nur die entsprechende Stadtquartier-E-Mail-Adresse anklicken, Termin und Daten angeben – „und schon geht diese Mail an die in diesem Quartier registrierten Piloten raus.“

Karin Wäschle ist begeistert, dass auch die Bewohnerinnen und Bewohner des betreuten Wohnens in der Nachbarschaft nun Anfragen starten können. Zwei von ihnen haben das gleich ausprobiert. Ihr Text, den sie abschickten, lautete: „Zwei unternehmungslustige Damen möchten gerne am Montag, den …, mit der Rikscha Charlotte zum Hafen gefahren werden. Ob das machbar wäre? Wir würden uns riesig freuen!“ Ein Pilot hat sich auch gleich gefunden. „Eine prima Sache!“, findet nicht nur die Sozialarbeiterin im Treffpunkt.
Das Ziel des Vereins sei es, so erläutert Buchmüller weiter, ein flächendeckendes Netz über Konstanz zu spannen. „Nachbarn sollen für Nachbarn fahren – das wollen wir ermöglichen.“ Kurze Wege für die Ehrenamtlichen und Kontakte zu den Menschen, die „neben einem wohnen“. Das helfe gegen Einsamkeit im Alter und schaffe Gemeinsinn vor Ort, ist sich der Vorsitzende sicher, der selbst gerne auf die Rikscha steigt und Seniorinnen und Senioren spazieren fährt. „Was ich da erlebe, ist von unschätzbarem Wert!“
Deshalb dehne man sich weiter aus: Im Kloster Hegne steht für die Ortsteile dort (Waldsiedlung/Hegne/Allensbach) die fünfte Rikscha „Helga“ bereit. Und auch eine Kooperation über die Grenze hinweg mit einem Kreuzlinger Seniorenheim in Emmishofen (Rikscha Nummer 6: „Emmi“) ist bereits eingegangen worden. „Für all diese Standorte, aber auch für die bestehenden, suchen wir weiterhin Piloten.“ Denn es brauche viele freiwillige Ehrenamtliche, damit all die Fahrtwünsche auch erfüllt werden könnten.
Wer interessiert ist, meldet sich am besten unter: info@radelnohnealter-kn.de
Für den Herbst ist man jedenfalls schon gerüstet: Alle Rikschas sind inzwischen mit Regenschutz-Ponchos ausgestattet. Jetzt bräuchte es noch gefütterte Säcke, dann könnte man auch an schönen Wintertagen fahren. „Da hoffen wir auf Spenden, damit wir diese anschaffen können.“
Die Aufgaben gehen dem Verein nicht aus – und alles nur, damit möglichst vielen Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, „Wind im Haar“ ermöglicht werden kann.
Samstag, 30. November, im SÜDKURIER
Wir helfen mit (1): Ehrenamtliche kutschieren mit Rikschas behinderte und betagte Menschen durch die Stadt. Die Nachfrage ist riesig. Aber der Verein braucht dringend Geld.
von Claudia Rindt
Konstanz – Für die 85 Jahre alte Bärbel Wiede ist klar: „Das ist wunderbar. Ich würde es sofort wieder machen.“ Die Frau ist ansonsten am Rollator unterwegs ist, zeigt sich begeistert von Fahrten mit der Rikscha. Der Verein Radeln ohne Alter bietet diese an, damit ältere Menschen Abwechslung im Alltag erleben und Ziele besuchen können, die per Rollator oder Rollstuhl unerreichbar geworden sind. Michael Buchmüller, der den Verein in Konstanz initiiert hat, spricht gern vom „Recht auf Wind im Haar“. Für die Wartung und Anschaffung von Rikschas benötigt der Verein Geld.
Die bisherigen Mitfahrer begrüßen die Initiative sehr: Gerlinde Mitterer sagt, ihr hätten die Fahrt ausgezeichnet gefallen wie auch die Reaktionen der Passanten. Diese seien beim Anblick der Rikscha entzückt gewesen. Erhard Zolondz sagt: „Das war ein wunderschönes Erlebnis. Das lebt von Michael und seiner Art, mit den Leuten umzugehen.“ Er meint damit den Vereinsvorsitzenden Michael Buchmüller. Birgit Kirchner freute sich, dass sie mit der Rikschafahrt der Schwester etwas bieten konnte: „Das war ein Freudentag.“
Auch die Fahrer, die eine Schulung durchlaufen haben, sind begeistert: Angelika Pitzer weiß durch ihren Einsatz in der Nachbarschaftshilfe in Allmannsdorf genau, wie klein der Radius von älteren Menschen ist. „Die kommen nicht mehr weit.“ Mit der Rikscha sei das anders. Peter Bergmann findet es ganz wichtig, dass durch das Projekt Jung und Alt zusammen kommen. Anfangs habe er gedacht, ältere Menschen wollten gar nicht so gern in die Stadt und von anderen gesehen werden. Doch genau das wollten sie. Michael Buchmüller stellt fest: „Das ist das beste Projekt, das ich jemals gemacht habe. Das ist sinnvolles Engagement. Es macht etwas gegen die Einsamkeit im Alter, es ist nachhaltig und schafft Naturerlebnisse. Da läuft alles zusammen. Ich würde es sofort wieder tun.“
Warum ich das Projekt empfehlen kann:
Anette Mohrlok, Betreuungskraft im Haus Zoffingen, stellt über die Rikschafahrten fest: „Die bringen Lebendigkeit in den Heimalltag. Unsere Bewohner sind begeistert.“ Für diese seien die Rikschafahrten etwas Besonderes. „Das ist wie ein Abenteuer. Sie erzählen davon noch lange.“ Anette Mohrlok hat testweise einmal selbst auf der Rikscha Platz genommen. „Ich war gleich Feuer und Flamme.“ Dann habe sie die Bewohner motiviert, mitzufahren. Diese seien zunächst etwas zurückhaltend gewesen. „Aber, wenn man einmal dabei war, dann läuft es von selbst.“ Eine Bewohnerin habe sich gefreut, dem Enkelkind etwas bieten zu können. Denn sie habe für sich und den Nachwuchs eine Fahrt gebucht. Die 61 Jahre alte Anette Mohrlok ist für die Alltagsstruktur im Heim zuständig. Es gehe darum, möglichst viele Ressourcen der Bewohner zu erhalten, Feste und Spielerunden zu organisieren und Vorlieben einzubinden. Wenn jemand zum Beispiel gern singt, könne man einen Singkreis anbieten.
Die Mitwirkenden: Radeln ohne Alter hat zehn geschulte Fahrer und 30 Personen, die im Training sind. Der Kopf ist der 57 Jahre alte Michael Buchmüller. Er hat Geld vorgestreckt für die Anschaffung der ersten beiden Rischkas. Zudem gibt es zwei Tandemräder in Seniorenheimen. Ziel ist es, in jedem Konstanzer Stadtteil eine Rischka zu platzieren. Das Haus Zoffingen ist Kooperationspartner.
Die Initiative: Radeln ohne Alter ist als Verein organisiert. Er unterhält Rikschas und schult ehrenamtlich tätige Fahrer, damit diese mit Senioren einen Ausflug machen. So wird der Aktionsradius von betagten Personen erweitert, sie können zu ihren Lieblingsplätzen aufsuchen, frische Luft schnappen und am Stadtleben teilnehmen.
Der Zweck: Um Rikschas anschaffen und warten zu können, benötigt der Verein Geld. Ziel ist es, in jedem Stadtviertel einen Platz für so eine Rikscha einzurichten und ehrenamtliche Fahrer zu gewinnen. Kontakt: info@radelnohnealter-kn.de
Das Konto:
Radeln ohne Alter
IBAN: DE22 6929 1000 0232 6980 04
Stichwort: SÜDKURIER
Samstag, 18. Januar, 2025 im SÜDKURIER
Danke! Leser spenden fast 84000 Euro
SÜDKURIER-Hilfsaktion verbucht mehr Zuspruch
Malteser-Wärmebus bekommt das meiste Geld
von Claudia Rindt
Konstanz – Was für ein starkes Zeichen für die Gemeinschaft: SÜDKURIER-Leser haben 83.940 Euro an 19 gemeinnützige Organisationen gespendet, die sich für Menschen in Konstanz, Allensbach und Reichenau einsetzen.
Die Lokalredaktion hatte in der Adventszeit im Rahmen der Serie „Wir helfen mit“ 19 Initiativen vorgestellt, die sich um Arme, Obdachlose, psychisch Kranke, chronisch Kranke, Senioren, Flüchtlinge, in Not geratene Menschen und andere Bedürftige in der Region kümmern. Die Spendensumme zeigt, dass Bürger nach einer Phase der Zurückhaltung wieder mehr Geld für wohltätige Zwecke geben. Im vergangenen Jahre summierten sich die Spenden auf rund 65.000 Euro. Das Spendenaufkommen geben die Organisationen selbst an.

Spitzenreiter bei den Eingängen ist demnach mit 17.475 Euro ein gerade gestartetes Projekt: der Wärmebus für Obdachlose, den ehrenamtliche Kräfte der Malteser möglich machen. „Wir waren völlig geplättet und aus dem Häuschen“, sagt Silvia Baumann, Sprecherin des Maltester-Hilfsdiensts in Konstanz. „Das war eine Riesenfreude, auch für die Ehrenamtlichen.“ Seit diesem Winter setzen sie einen Wärmebus ein, mit dem sie immer am Samstag und am Sonntag zu Obdachlosen in Konstanz fahren, um sie mit Wärmendem und Notwendigem zu versorgen, etwa frei verkäuflichen Medikamenten. Möglicherweise wird der Bus auch im Sommer im Einsatz sein, damit sich Menschen, die auf der Straße leben, besser vor der Hitze schützen können.
Die Engagierten haben sich bisher ein Fahrzeug aus dem Malteser-Fuhrpark geliehen. Die gespendete Summe reiche aus, um ein eigenes gebrauchtes Modell zu erwerben. Mit dem sei es dann möglich, Hilfsmittel bis zum nächsten Einsatz im Wagen zu lassen. „Das ist eine Riesenerleichterung.“ Die Malteser seien davon ausgegangen, dass sie ein paar Jahre mit einem Provisorium auskommen müssten. Dass nach nur einer Spendenaktion die Summe für den gebrauchten Wagen zusammengekommen ist, zeigt Silvia Baumann, dass viele Bürger das soziale Denken teilen: „Es ist notwendig, sich um den anderen zu kümmern.“
Fast 11.000 Euro hat auch die medizinische Ambulanz für Obdachlose am Lutherplatz bekommen, die sich zu 40¦Prozent aus Spenden finanziert. Träger ist die AGJ, ein Fachverband der Erzdiözese Freiburg, zuständig für die Obdachlosenhilfe im Landkreis Konstanz. Für den Notfalltopf des Sozial-Caritativen Fördervereins Allensbach (SCFA) gingen 8940 Euro ein. Eingerechnet ist eine Spende von 4000 Euro, die zwar schon im November kam, also vor dem Start der Serie, aber mit dem Verweis auf „Wir helfen mit“. Der SCFA greift Menschen in Allensbach unter die Arme, die durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen wurden.
Der Verein „Frauen helfen Frauen in Not“ unterstützt Frauen, die sich aus der häuslichen Gewalt lösen wollen oder dies schon getan haben. 7500 Euro gingen bei dieser Organisation ein. Eine große Resonanz hatte auch die Bitte des Flüchtlingsnetzwerks „Save me“ um Spenden für das Projekt Leihcomputer. Flüchtlinge brauchen oft für Sprachkurse und die Weiterbildung solche Geräte. Es wurden 6300 Euro gespendet.
Neu in der Serie hatte sich der Verein „Radeln ohne Alter“ vorgestellt. Er ermöglicht mit Rikschas Ausfahrten für Menschen, die einen sehr kleinen Bewegungsradius haben, weil sie alt oder behindert sind. Dank der kostenfreien Rikaschafahrten durch Ehrenamtliche kommen sie wieder an ihre Lieblingsplätze in der Stadt – und manchmal auch ans Grab eines geliebten Menschen. Ziel des Vereins ist es, in jedem Stadtteil von Konstanz ein Team von ehrenamtlichen Fahrern und eine Rikscha bereit zu stellen. Dafür reichen die 1200 Euro noch nicht, die bei der Adventsserie eingegangen sind.
Etwas kleiner war auch die Zuwendung von 500 Euro an die Caritas, die um Spenden für ihren Nothilfetopf gebeten hatte. Aus diesem unterstützt sie Menschen, die durch einen Schicksalsschlag in Not geraten sind. Oft leistet sie Überbrückungshilfen, weil ein Antrag auf staatliche Gelder noch nicht bearbeitet wurde.
Andere Organisationen, die ebenfalls einen Nothilfetopf unterhalten, haben mehr Spenden bekommen, so etwa die Ines-und-Elly-Dahm-Stiftung für Frauen in Not. Bei ihr gingen 3450¦Euro ein. Für Familien in Not setzt der Sozialdienst katholischer Frauen seinen Hilfsfonds ein. Er hat für ihn 2305 Euro bekommen. Für Betreute in Not unterhält der SKM einen Nothilfetopf und verbuchte für ihn 950 Euro.
Der Hilfsverein für seelische Gesundheit hat als einzige Initiative in der Serie einen Integrationsbetrieb, und zwar die Radwerkstatt in der Schnetztor-Unterführung. Dort sind Menschen mit Handicap beschäftigt. Aus eigener Kraft schaffe er es unter diesen Bedingungen nicht, für Investitionen Gelder zu erwirtschaften, sagt der Vorsitzende Ralf Rosbach. Deshalb bat er um Spenden. Für moderne Reparaturständer mit Lifttechnik hat er 4215 Euro bekommen.

